In Pine Creek habe ich meine erste Lok gesehen. Ihr findet die Lok und die alte Eisenbahn Station im Album “Top End”
Inzwischen sind wir in Katherine angekommen. Hier haben wir den Nitmiluk National Park besucht und eine Bootstour in die Schlucht unternommen. Heute haben wir einen kleinen Abstecher nach Beswick, eine Aboriginal Community, gemacht. Dort haben wir das Art Center besucht und auch etwas eingekauft (für die Neugierigen unter euch: Spear thrower, Bild, Halsketten).
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Wir hatten auch etwas Zeit für Katherine selbst. Es ist die drittgrösste Stadt des Northern Territory mit 5848 Einwohnern! Für die Bewohner im Umkreis von 700km ist dies das “Einkaufsparadies”.
Nach 1998 wurde Katherine bereits 2006 wieder überflutet. Die Stadt stand 2 Meter unter Wasser!
Schön, so regelmäßig von euch zu hören und zu lesen. Die Bilder eurer Bootstour und auch des alten Bahnhofs sind eindrücklich und vermitteln etwas von den Größenverhältnissen zwischen “Mensch” und “Gegend”. Auch wenn ihr ja offensichtlich abends bei euren Einschlafversuchen auf dem Campingplatz vom Übergewicht der “Gegend” nicht so viel habt. Ich nehme an, das Art Center ist ein Ort, wo Kunst der Aborigines ausgestellt wird? Auch aktuelle Kunst oder eher Traditionelles? Und wo seid ihr denn auf die Geschichte des “flying padre” gestoßen? Liebe Grüße und schlaft gut, Silke und Barbara
Liebe Silke
Auf die Geschichte des Flying Paters und Doktors stiessen wir im Heritage museum von Katherine, wo die Ortsgeschichte, die geprägt ist von der Tatsache, dass Katherine im zweiten Weltkrieg Militärstützpunkt war und dass es immer wieder, zuletzt 2006 total vom Katherine-River überschwemmt wird, dargestellt wird.1998 war die Flut 20 Meter hoch und viele verloren alles,was sie besassen.Abgesehen davon, dass man es sich nicht vorstellen kann, wenn es trocken ist, ist es kaum zu glauben,dass die Menschen bleiben, und die Minderheit hat ihre Häuser auf Stelzen gebaut.Die Cultural Center der Nationalparks verkaufen zwar auch die wechselnden und doch sich irgendwie ähnlichen Jagdtrophäen des modernen Tourismus,haben aber vor allem schön dargestellte Ausstellungen zur Kultur der Aborigines, zur Flora, Fauna und Geologie.In Katherine, als wir auf der Suche nach Werken der Aborigines waren, hatten wir Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.Wir trafen die weisse Galeristin einer Aborigines owned Art Gallery, die gerade die Werke verpackte, um sie 100km weiter in der Galerie einer Community(die Dörfer der Aborigines) zu bringen.Wir fuhren dorthin, lernten zwei Maler kennen. Es ist ein Projekt, das den Aborigines hilft, ihre Werke zu verkaufen, ausserdem gibt es Tours und Performances, also ist es ein wichtiger Teil von Arbeitsbeschaffung.Die Werke sind authentisch, von unterschiedlicher Qualität ,aber individuell aufgezeigt. Sie schliessen Gemälde, Drucke, Schnitzereien, Schmuck und Didgeridoos ein.Es gibt Versuche, die traditionelle Ikonographie zu verlassen, die teils an Jugendstil und teils an naive Malerei aller Rousseau erinnern.Und die Menschen des Dorfes arbeiten in ihrer Galerie, die weisse Galeristin hilft mit ihrem Knowledge,was sicher viel Geduld und Diplomatie braucht. Der Lebensrhythmus ist so viel ruhiger und man legt für ein Schwätzchen gern die Hände in den Schoss.
Noch ein Wort zu dem, was mich vor zwei Nächten, nachdem um 20 Uhr der letzte Türkische Marsch auf der E Gitarre heruntergeholpert worden war(schon Salieri fand ja, dass Mozart zuviele Noten geschrieben hat, hier hat sie endlich Jemand übersprungen!) ,dann wirklich vom Schlafen abgehalten hat, eine Flughundkolonie,die sind laut und stinken meilenweit… da hat sich die Natur schön gerächt.
So,gleich gehen wir auf dem Timber Creek auf Bootstour.Wir fahren jetzt immer südwestlich.
Liebe Grüße, auch an Barbara von
Anka und Gabriel
Liebe Anka,
danke! Sehr interessant, dein Bericht über die ABM bzw. die Kunstprojekte. Und Flughunde… Kommen die öfter nachts vorbei? Bellen und beißen aber hoffentlich nicht? Liebe Grüße an euch beide von uns beiden
Liebe Anka, lieber Gabriel – nachdem die Tagesarbeit getan ist (21uhr25, denn wir haben hier im Westen ja viel Licht und es auch keine spannenden Fußballspiele der Frauen um die Weltmeisterschaft mehr gibt) geht es “Australien-gucken” und “lesen”. Mit jedem Blog der schönen Bilder + der Karten wird mir auch klarer, dass eine Menge technisches know how dazu gehört – Gabriel möge es mir nachsehen, dass diese Erkenntnis etwas gedauert hat, da dies meine Blog-Premiere ist. Und jetzt, wo Eure Reise immer mehr Fahrt aufnimmt – in jedem Sinne – lässt sich die Route auch immer besser auf google-map verfolgen. Was die “kunst” betrifft, erinnere ich mich an Bilder von Aborigines, auf denen sie ihre alten Mythen mit Kenntnissen moderner Kunst verbunden haben – Es war etwas Eigenes, Interessantes – aber in welchem Museum hingen sie nur…? Das kommt davon, wenn man zu viele besucht…Hier wird im Augenblick auch auf der Gitarre – ohne E – geklimpert: der Wirt unter uns; wir haben vereinbart: Dienstagabend darf er bis 22Uhr, sonst ist (meist) Ruhe im Karton. Aber an solcherlei Abmachungen halten sich Flughunde wohl nicht…
Ich wünsche, viel Vergnügen bei der Bootstour gehabt zu haben – hoffe aber doch, dass ihr per Auto – und nicht auf dem Wasser – nun immer gen Südwesten fahrt – und dann noch einen guten Morgen! Wo frühstückt ihr denn? Mit Kochplatte im Caravan und Lavazza-Vorrat??
Herzlich, Barbara